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AROUND THE WORLD IN 120 DAYS...
...ein Wintermärchen für Triathleten.
Am 1.Dezember ging es für uns los. Wir haben uns entschlossen unseren ersten zusammenhängenden Winter trainingshalber an Orten dieser Erde zu verbringen, an denen es auch im Dezember nicht weniger wie 15°C und auch keine großen Niederschläge welcher Art auch immer hat. Nun war es an mir das Ganze zu planen und so zu timen, daß wir beide in optimale Form, allen Verpflichtungen trotz Reise nachgekommen und der Saisonstart reibungslos von der Hand gehen kann.
In meiner Funktion als Mädchen für alles rund um Yvonne (van Vlerken) und unsere Projekte, galt es Seminare, unser Training, Wettkämpfe und deren Verhandlung, Sponsorentreffen und sonstige wichtige Punkte genau zu timen. Nun ohne unseren starken Partner Blue Planet Flugreisen unter Peter Urach wäre spätestens bei der Flugbuchung mit Destinationen in Kalifornien, Hawaii, Geelong/Australia, Singapore und Malaysia mit athletentauglichen Verbindungen dunkle Nacht für dieses Projekt gewesen. Da hatten wir Glück, ein Alleingang hätte da wohl zu einem One-Way Ticket ins nächstgelegene Irrenhaus geführt. Es ging ja nicht nur um die Flüge sondern um auch so kleine Dinge wie Gepäck für 4 Monate, Aufenthalt von gemäßigt bis schwültropisch, von Training bis Ironman-Rennen. Also sämtliche Supplemente mitschleppen zwecks Reinheit der Ware, die Räder und all die Kleinigkeiten, die ein Triathlet halt so braucht.
Santa Cruz und Morgan Hill/ Kalifornien - USA 1.-19.Dezember ´08 "Mark, Brant, Tim, Widmere und Wetterkapriolen..."
Der erste Stopp unserer Winterreise hatte verschiedene Ziele. Zunächst hatten wir die tolle Möglichkeit bei Doug Rainbolt und seiner Familie zu bleiben. Dougs Frau Petra ist ebenso wie Yvonne Niederländerin. Wir waren ja schon im September bei ihnen und hatten damals ein Video für Dougs Firma ALACRITECH gedreht, einem Sponsor von Yvonne. In Morgan Hill wohnt auch jener Schwimmcoach, der mit uns vor Hawaii intensiv im Höhentrainingslager gearbeitet hat: Tim Thornton! So konnten wir also mit Tim weiterarbeiten und unser Trainings für die neue Saison aufnehmen. Doug reiste dann am 12.Dezember seiner Frau Petra und den Jungs nach Holland in den Winterurlaub nach und so hatten wir eine Art Austauschprogramm. Nur Widmere der Labrador blieb zurück, in den hatte sich Yvonne gleich mal verliebt und der genoß nun ebenfalls zwei Wochen Urlaub im eigenen Heim das wir für die Rainbolts hüteten. Es gab da aber noch den allerwichtigsten Grund unserer Kalifornien-Destination: MARK ALLEN...
Vom 5.-7.Dezember nahmen wir an einem Seminar teil, das Mark zusammen mit seinem Mentor und Schamanen Brant Secunda hielt: "Fit Soul-Fit Body" - benannt nach ihrem neuen Buch. Das Seminar war aber für uns nur der Anfang eines neuen Weges..... MArk hatte uns zu diesem Seminar eingeladen und es sollte sozusagen die erste intensive Erfahrung für unsere Zusammenarbeit in der neuen Saison sein. Mark ist seit dem 5.Jänner unser neuer Trainer und übernahm damit die Funktion von Mario (Huys), der aber nach wie vor als Berater und Freund in unserem Team mitarbeiten wird. Die drei Tage mit Mark und Brant gaben uns sehr interessante Tools und Sichtweisen mit auf den Weg. Gerade perfekt und rechtzeitig zur praktischen Anwendung im Training, denn unsere nächste Destination war Kailua-Kona/Hawaii.
Leider wurde unser Aufenthalt in Kalifornien jäh abgekürzt, denn aus den milden 17-20 Grad C und Sonne wurden im Nu mit der ersten Wetterkapriole unserer Reise mal 5 Grad und Regen. Und der Wetterbericht zeigte keine Besserung für die nächsten Wochen. Also gab es nur eine Lösung, um trainingsmäßig im Plan zu bleiben: FLUCHT.
Rechtzeitig um Weihnachten auf Hawaii zu feiern ging es dann also schon am 19.Dezember nach Kona. uns erwartete ein Hawaii, wie man es sich nicht nur erträumen kann...
Kailua-Kona/Hawaii - USA 19.Dez.´08 - 28.Jänner ´09 "Pele´s Playground and her magic signs..."
Viele Menschen träumen davon einmal im Leben an diesen Ort zu kommen. Wenn es zwar im Triathlon nicht die Summen zu verdienen gibt die Roger Federer und Hermann Maier so bekommen, dann haben wir wenigstens den folgenden Vorteil: wir "müssen" doch zumindest einmal im Jahr dahin, weil unsere WM dort stattfindet. Das ist doch prächtig...?
Wenn man nun wirklich in den Schuhen steckt und das ganze Ding da im Oktober gewinnen könnte, so fängt man nun an darüber nachzudenken was man alles machen kann, um die entscheidenden Vorsprünge zu haben. Yvonne war erst einmal dort am Start und war nun gleich mal zweite Gesamt, ohne großen Fokus auf diesen Wettkampf und ohne spezielle Vorbereitung. Normalerweise studiert sie die Strecken und trainiert mehrmals vor dem Rennen dort. So auch vor ihrem Weltrekord über die "Ironman-Distanz" im deutschen Roth bei der "Challenge". Sie konnte mir auf der Radstrecke in Roth fast jeden Kanaldeckel auswendig sagen...
Nun war deswegen auch Kona unser nächster Stop für ein ausgedehntes Trainingslager, aus vorher besagtem Grund und weil es gerade von USA aus gesehen auf dem Weg nach Australien lag wo wir das erste Rennen machen wollten. Für mich passierte in Hawaii der größte Teil der Vorbereitung für den Ironman Malaysia, gleichzeitig arbeitete ich mit Yvonne die Streckenabschnitte des Ironman-WM Kurses im Training durch. Zwei Fliegen auf einer Klappe... Es war auch das erste Mal, daß wir Weihnachten nicht zu Hause waren. Wir vermissten die kuscheligen Momente bei Muttern in der weihnachtskeksgeruchgeschwängerten wohligen Stube, wenn es draußen so minus 12 Grad hat. Minus 12 Grad...OK Mama, das musst du jetzt aber verstehen...??!!
Nun es gab da noch Einen der jeden Tag, so wie wir, pünktlich von Hualalai am Queen K-Highway aus auf seinem Rad mehrere Stunden über die Straßen pflügte. Er ist glaube ich ganz bekannt und die Leuten riefen ihm immer "Lance Lance.." nach. Na ja, später hörten wir er habe sein Comeback gegegeben, bei der "TOUR DOWN UNDER" in Australien. Da war doch was mit so einer Idee auf Hawaii zu trainieren und dann nach Australien weiterzufliegen oder...? Nun Spaß beiseite, die Wochen gingen viel zu schnell herum. Wir haben neben dem Training mit vielen Menschen Kontakt geschlossen und uns mehr in Community Kailua- Kona integriert.
Auch bei einem Rennen haben wir teilgenommen, das von unserem lieben Freund "PEAMAN" veranstaltet wird und zu seiner Rennserie gehört. Yvonne und ich haben uns gleich mal so richtig im Rahmen von "Peaman´s Birthday Bonanza" gegenseitig eingeschenkt. Diesesmal hat es beim Sprint bei mir für eine Gesamtsieg gereicht. Yvonne hat bei den Damen gewonnen und wurde von mir vor dem Schicksal bewahrt, das nicht mal Chrissie hingekriegt hat, nämlich eine Rennen overall samt den Männern zu gewinnen ;-) Hier die Ergebnisse und der Pressebericht der "West Hawaii Today".
Unser Aufenthalt und das Training in Kona war auch derselben wichtigsten Tageszeitung einen großen Artikel wert, den ihr HIER nachlesen könnt.
Wir haben auch eine Menschen in Kona sehr lieb gewonnen, Vytas Katilius. Ein unglaublich angenehmer und lieber Mensch, der seine verdienten Ruhestand auf Hawaii geniest. Er hat uns sehr viel geholfen und er freut sich schon auf unsere Rückkehr im Oktober. Hier geht es zu seiner privaten Website. Schweren Herzens aber gut trainiert machten wir uns dann am 26.Jänner auf nach Australien. Der Abschied war nicht einfach, aber wir wussten ja, daß wir am 28.September wieder da sein werden. Und irgendwann bleiben wir vielleicht dann ganz da...
Geelong/VIC - Australia 28.Jänner - 20.Februar ´09 "The first race and lots of training in the water..."
Nun als wir in Melbourne australischen Boden betraten und das Flughafengebäude verließen, kam uns gleich mal ein glühendheißer Wind entgegen. Wir haben es, wie schon in Kalifornien, genau erwischt was die Wetterextreme betrifft und wurden am folgenden Tag, als wir unseren Van gegen einen kleineren handlicheren Wagen am Avalon Airport eintauschten, Zeugen eines Hitzerekordes (45,8°C). Damit aber nicht genug... Die folgenden Tage kämpften wir beide mit einem ordentlichen Jet-Lag, interessant daran, da jetzt bei mir selber zum zweiten Mal beobachtet und erlebt, der offensichtlich nicht durch Zeitverschiebung entsteht sondern durch den Flug von der Nord- auf die Südhalbkugel. Offensichtlich ist eben ein warmer Winter in Hawaii oder Kailfornien eben für den Körper wegen der Lichtverhältnisse ein "Winter", der Wechsel in den Australischen Sommer schmeißt den Biorhytmus so stark durcheinander, daß der gleich mal für ein paar Tage so eine Arte "Super-Frühjahrsmüdigkeit" produziert. Diese dauerte bei uns beiden ziemlich genau eine Woche.
Wir kamen ja nur zehn Tage vor dem Rennen nach Geelong und hatten schon die Taperphase für den Ironman 70.3 Geelong eingeläutet. Trotzdem hatten wir noch genug Zeit und Energie um mit John Beckworth im Wasser zu arbeiten. Es hat sich bei uns gleich mal ausgezahlt. Mir gelang meine persönliche Bestleistung über die 1,9km in 24:57min., Yvonne hatte selbiges mit einer 27:08min. zu verbuchen. Das Rennen selber war super organisiert, wir waren beide sehr zufrieden. Einziger Wermutstropfen war das leider sehr unprofessionelle Verhalten von Siegerin Sam Warriner und ihrem Freund gegenüber uns (dazu mehr in meinem Race-Report). Während wir hier in Geelong sicher sind, spielte sich eine Katastrophe in Victoria ab die ihresgleichen an Tragik sucht. Es sind bereits über 230 Todesopfer durch die Buschfeuer zu verzeichnen, die ganze Städte niederwalzten. Wir entschieden deswegen auch Yvonnes Preisgeld vom Ironman 70.3 Geelong dem Roten Kreuz in Victoria zu spenden.
Es sind jetzt nur noch 9 Tage bis zur Anreise nach Malaysia. Sobald die Müdigkeit vom Wochende aus den Beinen ist geht es weiter mit der Vorbereitung für meinen Ironman am 28.Februar.
Die Tage sind dann schneller vergangen als wir dachten, denn kaum war der Ironman 70.3 Geelong Geschichte da wurde mein 4.Ironman Malaysia auf Langkawi schneller Realität wie es auf dem Kalender schien. Die Nachwehen der furchtbaren Brandkatastrophe in Victoria am sogenannten "Black Saturday", auch der Tag vor dem Rennen hatte über 200 Opfer, unzählige Verletzte und über 1000 Häuser gefordert. Deswegen haben wir uns als Zeichen unserer Anteilnahme, als Dank für die Gastfreundschaft and die Leute in Victoria und als Motivation für andere Athleten entschieden Yvonnes Preisgeld von Geelong (1.200,-US$) an den "RED CROSS VICTORIA BUSHFIRE APPEAL" zu spenden. Wir hoffen die bescheidene Spende ist ein kleiner Tropfen in den Topf, der den Angehörigen und Betroffenen beim Aufbau unterstützen soll.
Mein weiteres Training verlief sehr gut in den zwei restlichen Wochen auf Australischem Boden und ich fing mich an auf den Ironman zu freuen, ein großer Test, für mich nach meiner Verletzung, für Mark als meinen neune Trainer und für Yvonne als mein Support im Rennen ;-). Wir arbeiteten weiter an unserem Schwimmen, Yvonne machte jeden tag weitere Fortschritte und John Beckworth war, als wir Geelong wieder in Richtung Malaysia verließen, sichtlich zufrieden und wir hatten die Idee ihn nach Hawaii zu bringen, um Yvnne dann dort vor dem Ironman dort den letzten technischen Feinschliff zu geben.
Am 20.Februar ging es dann über Melbourne-Singapore nach Langkawi, diese Mal hatten wir uns entschieden vom Anfang an im "The Westin" zu wohnen. Und diese Entscheidung sollte sich später mehr als auszahlen, in mehrere Richtungen... |